Der kreative Kopf hinter dem Zauberwald

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Der kreative Kopf hinter dem Zauberwald

Bereits zum vierten Mal entzückt dieses Jahr in der Weihnachtszeit der Lenzerheidner Zauberwald das Publikum. Auf der künstlerischen Seite hält Primo Berera die «leuchtenden Fäden» in der Hand.

Bis zum letzten Jahr stapfte er während des Aufbaus jeweils einen Monat lang durch den Eichhörnchenwald, um selbst dafür besorgt zu sein, dass alles so läuft wie es laufen sollte. «Mit den schweren Schuhen», wie er bei einem Gespräch in Chur betont. Dieses Jahr sei zur Unterstützung des Teams zusätzlich jemand vor Ort, um mitzuhelfen. Primo Berera gehört nebst den beiden Hoteliers Claudia Züllig und Giancarlo Pallioppi zu den Initianten des Lenzerheidner Zauberwaldes und steht als Grafiker und künstlerischer Leiter mit Herz und Seele hinter dem Lichtspektakel. Zur Kunst und in logischer Folge damit auch zum Zauberwald kam Berera auf Umwegen. Ursprünglich ist der gebürtige Laaxer nämlich Sanitärmonteur und Heizungsplaner und hätte eigentlich das Geschäft seiner Eltern übernehmen sollen. Bloss: Heizungen waren nicht unbedingt sein Ding. Er kündigte deshalb die Stelle im Geschäft seiner Eltern. Ihm, der schon immer fotografiert hatte, stand mehr der Sinn nach kreativem Tun.

Die Chance gepackt
2004 reiste er nach Südengland, wo er einen Vorkurs für Kunst und Design in der Fachrichtung Kommunikationsdesign absolvierte. Eineinhalb Jahre später kam er zurück, um sich in München in dreijährigem Studium zum Grafikdesigner ausbilden zu lassen. Nebst seinem anschliessenden Job als Junior Art-Director bei einer der grössten Werbeagenturen Europas begann er in einem freien Künstleratelier in München zu malen. «Abstrakte Malerei, Acryl auf Leinwand, Struktur, Form und Farben interessierten mich», erzählt er. Eine erste Ausstellung folgte. «Die Malerei geht sehr viel tiefer als die Werbung, die viel zu kurz auf den Betrachter wirkt», erklärt er. Diese Erkenntnis führte zur Kündigung in München. Berera kam zurück in die Schweiz mit der Idee, hier als freier Künstler von Null anzufangen. Schmunzelnd erklärt er seinen damaligen Businessplan: «Mit monatlichen 4000 Franken kann ich leben, wenn ich also zwei Bilder pro Monat verkaufe, reicht es. Das müsste machbar sein». Im Schnitt habe es geklappt, ergänzt er. Ein Jahr später wurden die Weichen nochmals anders gestellt. Zufällig traf er an einer Ausstellung den Marketingleiter einer schweizweit tätigen Stellenvermittlungsagentur. Dieser suchte nach Weihnachtsgeschenken für seine Kunden. Berera packte die Chance, fertigte mit den Agenturmitarbeitenden ein Acrylgemälde von fünfzig Quadratmetern in 700 aneinanderhängenden Teilen. Die Kunden durften sich daraus online einen Teil aussuchen, der ihnen danach hübsch verpackt als Weihnachtsgeschenk zugestellt wurde. «Auf einen Schlag hing ich damit in 700 der grössten Firmen in der ganzen Schweiz», hält Berera lachend fest. Dies mit dem Resultat, dass weitere Anfragen dieser Art folgten. Er entdeckte sie als Marktlücke für sich und arbeitete das Geschäftsmodell der kreativen Teambildung aus. Inzwischen ist der damit und in zahlreichen weiteren kreativen Bereichen in der ganzen Schweiz und in Europa unterwegs. «In den letzten zwei Jahren haben wir viel erreicht», meint er, «mittlerweile sind wir zu fünft».

Die Schönsten dürfen leuchten
In diese Verbreiterung kam 2013 der Zauberwald. Berera wohnte zu dieser Zeit auf der Lenzerheide. Er, sowie die beiden Hoteliers Züllig und Pallioppi, wollten die Vorweihnachtszeit mit einem kulturellen Programm beleben. Man dachte erst an ein Festival, an Weihnachtsmärkte, auch an das Fête des lumières im französischen Lyon oder an das beleuchtete Bundeshaus in Bern. Nach und nach formte sich die Idee: ein nicht austauschbares, länger dauerndes Gesamterlebnis in der Kombination Markt, Musik und Licht, welches alle Sinne anspricht. Dies eingebettet in die Landschaft, in den Wald. Der Zauberwald war geboren. In Zusammenarbeit mit dem Zürcher Künstlerkollektiv Projektil werden seither aus einem Wettbewerb alljährlich die für den Ort geeignetsten und schönsten der eingereichten Arbeiten ausgesucht, die dann das Publikum im Zauberwald verzaubern.

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